Kunstgewerbe
Der Begriff Kunstgewerbe bezeichnet küntlerisch gestaltete Gebrauchs- oder Schmuckgegenstände.
Wir wissen sehr wenig über die Anfänge der Kunst, jedoch scheint es seit über 15000 Jahren dem Menschen nicht allein zu genügen, ausschließlich „nützliche“ Dinge zu erschaffen. Die ersten Höhlenmalereien sind Beispiel und erstes Zeugnis zugleich. In allen Zeiten wurden Objekte des täglichen Lebens mit Verzierungen versehen, „nutzlose“ Dinge erschaffen die ausschließlich der Zierde oder dem Luxus dienten, kostbare Materialien verarbeitet um Ansehen und Macht zu demonstrieren.
Glas wird in der Bronzezeit (5.-4. Jahrtausend vor Christus) erfunden, anfangs wurden nur kleine Objekte hergestellt, wie z.B. Amulette, Anhänger oder kleine Fläschchen. Im 15. Jahrhundert entsteht in Venedig das Glaszentrum Europas, von dem aus, über die Jahrhunderte hinweg, in allen anderen europäischen Ländern Glashütten entstehen.
Marco Polo brachte 1292 Porzellan aus China mit. Die europäischen Herrscherhäuser waren begeistert und die Alchemisten versuchten das Geheimnis zu lüften, doch erst nach über 400 Jahren des Ausprobierens gelang es Johann Friedrich Böttger (1682-1719) das erste Hartporzellan zu produzieren.
Bereits im Altertum schätzte man Silber. Mit Beginn der Renaissance gewinnt das Bürgertum immer mehr Macht und Einfluß. Mit zunehmendem Reichtum steigt der Bedarf nach Silber. In den Deutschland gelangt das Goldschmiedehandwerk zu großer Blüte, Nürnberg nimmt seit dem späten 15. Jahrhundert die führende Rolle ein, 50 Jahre später steht Augsburg gleichrangig daneben. Die deutsche Goldschmiedekunst verbreitet sich in ganz Europa.
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